The T.E.M.P.L.E. Method: Ein Leitfaden in 6 Schritten für den Umgang mit starken Gefühlen
Andrea Leijon
Gründerin von Temple, Zwillingsmama, Ehefrau – mit großer Leidenschaft dafür, Menschen dabei zu begleiten, ihre Freiheit in Körper und Sexualität zurückzugewinnen.
Kurz gesagt: The T.E.M.P.L.E. Method ist Temples eigenes Sechs-Schritte-Rahmenwerk, um bewusst durch starke Gefühle hindurchzugehen: Time Out, Embody, Move, Practice Presence, Listen, Exhale & Expand.
Warum eine Methode und nicht nur „Beruhig dich“
Sich selbst zu sagen, man solle sich beruhigen, hilft selten, wenn ein starkes Gefühl gerade aufkommt – das Nervensystem lässt sich durch eine bloße Anweisung meist nicht unmittelbar beruhigen, sondern reagiert auf konkrete Veränderungen in Körper, Atmung und Aufmerksamkeit. Die polyvagale Theorie des Neurowissenschaftlers Stephen Porges beschreibt als Modell, wie sich der Körper je nach Wahrnehmung zwischen den Zuständen Sicherheit, Aktivierung und Abschalten bewegen kann – manche Forscher deuten ein starkes Gefühl so, dass dein Körper etwas als unsicher einstuft, bevor dein bewusster Verstand es einordnen kann. Es ist ein hilfreiches Modell, kein abschließend bewiesener Mechanismus. The T.E.M.P.L.E. Method gibt dem Körper eine konkrete Abfolge, an der er sich orientieren kann, statt einer vagen Anweisung, mit der er nichts anfangen kann.
Die sechs Schritte
Time Out: innehalten, bevor du reagierst. Embody: bemerken, wo das Gefühl im Körper sitzt. Move: dem Gefühl durch Bewegung Raum geben und körperliche Anspannung lösen, und sei es nur kurz. Practice Presence: bei dem bleiben, was tatsächlich gerade passiert, nicht bei der Geschichte darüber. Listen: auf deinen eigenen Körper hören und, wenn relevant, auf die andere Person. Exhale & Expand: einmal lang ausatmen und danach wieder mehr Raum um das Gefühl herum wahrnehmen.
Starke Gefühle muss man nicht wegdrücken. Man bewegt sich durch sie hindurch – in einer bestimmten Reihenfolge.
Frag dich selbst
- Wo in meinem Körper bemerke ich normalerweise zuerst, wie ein starkes Gefühl aufsteigt – Brust, Kiefer, Bauch, Hände?
- Was ist meine Standardreaktion, wenn ich überflutet bin: sofort reagieren, abschalten oder den Raum verlassen?
- Welche kleine körperliche Bewegung (Ausschütteln, Dehnen, ein Spaziergang) hat mir schon einmal geholfen, Anspannung abzubauen?
- Wann habe ich zuletzt innegehalten, bevor ich reagiert habe, und was hat diese Pause verändert?
- Wer hat mir in meiner Kindheit vorgelebt, wie (oder ob) man durch starke Gefühle hindurchgeht – und hilft mir das heute noch?
Heute üben
Wenn du das nächste Mal eine starke Reaktion in dir aufsteigen spürst, geh die Schritte ruhig auch in Kurzform durch – Time Out immer zuerst, und sei es nur drei Sekunden, bevor du sprichst. Die Abfolge wird durch Wiederholung vertrauter – nicht dadurch, dass du sie beim ersten Mal perfekt ausführst.
Wie es weitergeht
Dieses Rahmenwerk wird im Liberation-Kurs von Temple vollständig vermittelt, mit angeleiteter Übung und echten Szenarien.
// Andrea
Häufig gestellte Fragen.
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Das ist eine Übung aus Liberation
Liberation ist Temples dritter Kurs – dieses Framework ist nur ein kleiner Teil davon, mit vollständig geführten Lektionen und laufender Unterstützung.


